Individuelle Hilfeplanung (IHP)

Die Individuelle Hilfeplanung (IHP) wurde von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für das Amt der Vorarlberger Landesregierung entwickelt und ist dort seit 2009 im Einsatz [1]. Das EDV-Programm wurde im Auftrag des Sozialfonds parallel zur Umsetzung eines ICF-basierten Gesamtplanverfahrens für die sozialpsychiatrischen Integrationshilfen eingeführt, die Auswertungsberichte sind im jährlich erscheinenden Vorarlberger Psychiatriebericht veröffentlicht [2]. Seit Anfang 2018 hat das Amt der Vorarlberger Landesregierung die Verwaltung der Daten nach dem Aufbau dafür geeigneter EDV-Systeme in die eigene Hand genommen, unter Beibehaltung des bewährten Planungsverfahrens sowie der darauf bezogenen Dokumentation und Evaluation.

 

Die bei der IHP erfassten und ausgewerteten Daten betreffen

  • soziodemografisch und psychiatrisch relevante Merkmale der antragstellenden Person zur Erfassung objektiver Beeinträchtigungen der Lebensqualität (Datenblatt C),
  • Art und Ausmaß der Fähigkeiten und Beeinträchtigungen der antragstellenden Person zur Erfassung funktioneller Aspekte beeinträchtigter Lebensqualität (Datenblatt D),
  • Art und Ausmaß der erforderlichen Leistungen zur Deckung des individuellen Hilfebedarfs der antragstellenden Person (Datenblatt E),
  • Art und Ablauf des Antragsverfahrens mit dem Teilnehmerkreis der Hilfeplankonferenz und den vorgesehenen Leistungserbringern (Meldeblatt F),
  • künftig zusätzlich und bereits erprobt vier Aspekte einer Beurteilung der Wirksamkeit erbrachter Hilfeleistungen, zu denen die bei der Hilfeplanung federführende Fachkraft des Leistungsträgers bei Fortschreibung oder Beendigung der Integrationshilfe eine Einschätzung abgibt.

 

Dokumentiert und archiviert wird im IHP-Programm auch die mit der antragstellenden Person geschlossene Zielvereinbarung. Sie umfasst Aussagen zur längerfristig angestrebten Lebens- und Wohnform sowie konkrete Ziele, die dem Ausbau von Fähigkeiten und der Verminderung von Beeinträchtigungen gelten, deren Erreichung durch die geplanten Hilfen im aktuell anstehenden Bewilligungszeitraum unterstützt werden sollen.

 

Die mit Hilfe der erhobenen Daten zur Hilfeplanung berechneten Kennzahlen erleichtern nicht nur die Beurteilung des Zielgruppenbezugs und der Plausibilität der geplanten Leistungen, des Verlaufs und der Wirksamkeit der Maßnahmen im Einzelfall. Das EDV-Programm ermöglicht nach denselben Kriterien Auswertungen zu Nutzergruppen verschiedener Leistungserbringer und Angebotsformen im Längs- und Querschnitt sowie auch eine Evaluierung des Planungsverfahrens. So kann das Case- und Care-Management zur Qualitätsentwicklung in der psychiatrischen Versorgung unterstützt werden, und dieses Potential führte zur Übernahme der IHP in das Sozialpsychiatrische Informationsmanagement-System (SIM).

 


[1] Elgeti H, Tschann J, Amt der Vorarlberger Landesregierung (2011): Qualitätsentwicklung durch individuelle Hilfeplanung 2009/2010. Als Download verfügbar: http://www.vorarlberg.at/pdf/qualitaetsentwicklungdurc.pdf

[2]http://www.vorarlberg.at/vorarlberg/gesellschaft_soziales/soziales/sozialpsychiatrieundsucht/weitereinformationen/berichtesozialpsychiatrie/berichtesozialpsychiatrie.htm