Kommunale Psychiatrieberichterstattung (K-PBE)

Die kommunale Psychiatrieberichterstattung (K-PBE) wurde von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zunächst für den Sozialpsychiatrischen Verbund (SpV) der Region Hannover entwickelt und ist dort seit dem Jahr 1999 im Einsatz [1]. Die Auswertungsberichte werden im jährlichen Sozialpsychiatrischen Plan veröffentlicht [2]. Der Landesfachbeirat Psychiatrie Niedersachsen empfiehlt seit 2004 ihren Einsatz in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens [3].

 

Die K-PBE umfasst neben Daten zur kleinräumigen Sozialstruktur der Gebietskörperschaft die einheitlich in Form der Datenblätter A-C erfragten Angaben der statistischen Jahresberichte der Einrichtungsträger und ihrer Hilfsangebote (Stand: Ende des Berichtsjahres):

  • Das Datenblatt A erfasst die Hilfsangebote eines Einrichtungsträgers mit ihrer Adresse, dem jeweils vorrangigen Kostenträger und Einzugsgebiet sowie der Anzahl der geplanten und tatsächlich belegten Plätze.
  • Das Datenblatt B erfasst für jedes Hilfsangebot Anzahl und Kosten der belegten Plätze (bei Pauschalfinanzierung die Höhe der Jahrespauschale), den Umfang und die Qualifikation des dort eingesetzten Personals und die Anzahl der im Berichtsjahr betreuten Personen.
  • Das Datenblatt C erfasst für jede im Hilfsangebot betreute Person anonymisiert einige soziodemografisch und psychiatrisch relevante Merkmale sowie die Dauer der Betreuung im Berichtsjahr.

 

Um die Eingabe und Auswertung der Daten zur K-PBE zu erleichtern, wurden im Auftrag der Region Hannover entsprechende Module zur EDV-gestützten Eingabe und Auswertung der Daten entwickelt und später in das Sozialpsychiatrische Informationsmanagement (SIM) integriert. Damit soll die kommunale und landesweite Psychiatrieplanung unterstützt werden. Das Land gewährleistet die Verfügbarkeit und Pflege des EDV-Programms, die teilnehmenden Kommunen zahlen ein Nutzungsentgelt, das bei 1 Eurocent pro Einwohner (zzgl. Umsatzsteuer) beträgt.

 

Mit einer jährlich zu aktualisierenden persönlichen Zugangsberechtigung kann jeder Einrichtungsträger für jeweils seine Hilfsangebote nicht nur die erfragten Daten eingeben, sondern auch Auswertungstabellen für den eigenen Gebrauch erstellen. Diese enthalten die gewünschten Kennzahlen sowohl für das gewählte Berichtsjahr als auch das Vorjahr sowie zum Vergleich die Durchschnittswerte für alle Hilfsangebote derjenigen Angebotsform, der dieses Angebot zugeordnet ist.

 

[1] Elgeti H (2007): Die Wege zur regionalen Psychiatrieberichterstattung sind lang. Ein Werkstattbericht aus Hannover über die Jahre 1997-2007. In: Elgeti H (Hg.): Psychiatrie in Niedersachsen – Jahrbuch 2008. Bonn: Psychiatrie-Verlag; 132-147

[2] https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Gesundheit/Beratungsstellen/Sozialpsychiatrischer-Verbund

[3] Dokumentationsempfehlungen des Landesfachbeirates Psychiatrie Niedersachsen für die Arbeit der Sozialpsychiatrischen Verbünde in Niedersachsen (2016). In: Elgeti H, Schmid R (Hg.) Psychiatrie in Niedersachsen – Jahrbuch 2016; 167-175